IPB

( Für Mitglieder: Zur Anmeldung | Für Gäste: Zur Registrierung ) · 0 neue Nachricht(en)

 
Reply to this topicStart new topic
> Ausländer-, Asyl- und Staatsangehörigkeitsrecht
schlacks
Beitrag Jun 20 2006, 11:53 AM
Beitragslink: #1


Moderator für die Erstis
Group Icon

Gruppe: Boardhelper
Beiträge: 405
Mitglied seit: 9-November 03
Aus: Hamburg
Mitglieds-Nr.: 302



...würde gerne mal einige Meinungen dazu hören.

Mich hat es auf jeden Fall ein wenig aufgeregt, dieses Thema. Sicherlich ist Deutschland ein Land was "offen" für Asylbewerber ist, jedoch sollten die Gründe des Antrages sehr genau untersucht werden. Die Frage stellt sich ja immer wieder wer das alles bezahlen soll, selbstverständlich der Bund. Aber woher bekommt denn der Bund sein Geld...Steuern und die werden dann eben mal erhöht in welcher Form auch immer. Es sollte jeder seinen Beitrag im Land leisten. Sicherlich gibt es genug "Schmarotzer" im eigenen Land, da gilt es natürlich auch etwas zu ändern. Wir brauchen aber keine Leute die in unser Land kommen, da Deutschland ja so ein "reiches Land" ist und hier auf Staatskosten leben und weder Steuern zahlen, noch sonst irgendeinen Beitrag zum Allgemeinwohl des Volkes leisten. Deshalb habe ich auch den Text der mir besonders aufstößt rot markiert. Schlimm genug das der Staat dort keine Entscheidung treffen kann, ob ein dauerhaftes Bleiberecht erteilt werden soll oder nicht. Diese Menschen hängen vollkommen in der Luft und ihnen ist damit bestimmt nicht geholfen. Ich kann mir nur schwer vorstellen, das man mit einer Duldung einen (vernünftigen) Arbeitsplatz bekommt. Letztendlich leben diese Menschen wieder auf Staatskosten...

so und nun ihr!


Berlin/Brüssel (dpa) - Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) will bis Ende des Jahres in einem umfangreichen Paket das Ausländer-, Asyl- und Staatsangehörigkeitsrecht ändern. Im Vordergrund steht dabei die Umsetzung mehrerer EU-Richtlinien zum Flüchtlingsschutz, zu Asylverfahren und zur Zuwanderung.

Das kündigte Schäuble am Montag bei einem Symposium zum Flüchtlingsschutz in Berlin an. Im Zusammenhang Schäubles Vorhaben wird auch das Zuwanderungsgesetz überprüft. Flüchtlingsorganisationen befürchten Verschlechterungen. Zum Tag des Flüchtlings an diesem Dienstag starten Menschenrechtler zahlreicher Organisationen eine Kampagne gegen die Inhaftierung von Asylbewerbern und Einwanderern ohne gültige Papiere.

Das UN-Flüchtlingskommissariat (UNHCR) forderte die EU auf, Schieflagen in der Asylpolitik zu korrigieren. "Die Neigung, sich in der europäischen Asylpolitik auf den jeweils kleinsten gemeinsamen Nenner zu einigen, war in den vergangenen Jahren unübersehbar", sagte der UNHCR-Regionalvertreter Gottfried Köfner in Berlin. In der EU sei die Zahl der Asylanträge auf den niedrigsten Stand seit 26 Jahren gefallen. Der sozialdemokratische Europaabgeordnete Wolfgang Kreissl- Dörfler sagte, für Flüchtlinge werde der legale Zugang immer weiter beschränkt. Bei der Harmonisierung bestehe die Gefahr, "einen Wettbewerb um die niedrigsten Standards in Gang zu setzen".

Schäuble verteidigte die EU-Politik und nannte eine grundsätzliche Kritik kaum begründbar. Bei der Flüchtlingspolitik werde alles daran gesetzt, "dass kein Mensch schutzlos bleibt". Die anstehenden Umsetzungen der Richtlinien würden im deutschen Asylrecht nur zu kleineren Änderungen führen. Wesentliche Bestimmungen wie Regelungen für die nichtstaatliche und die geschlechtsspezifische Verfolgung seien bereits mit dem Zuwanderungsgesetz übernommen worden.

Amnesty International und Pro Asyl kritisierten, für die Bundesregierung schienen Flüchtlinge zunehmend unerwünscht. Langjährig Geduldete müssten ein Bleiberecht bekommen. In Deutschland lebten 200 000 Menschen mit einer Duldung, 130 000 von ihnen schon länger als fünf Jahre. Schäuble hatte zuvor gesagt, im Zusammenhang mit den Gesetzesänderungen sollten auch die "Altfälle" gelöst werden.

In Brüssel rügten Vertreter des Bündnisses gegen Inhaftierungen die Abschiebepraxis vieler EU-Staaten. Italien hielt nach Angaben des niederländischen Straf- und Migrationsrechtlers Anton van Kalmthout in den Jahren 2002 und 2003 durchschnittlich 17 000 Ausländer in Abschiebehaft. Der Tagessatz von 89 Euro sei höher als das Einkommen eines Durchschnittshaushalts. Die Gesamtkosten addierten sich auf 1,5 Millionen Euro täglich. In Deutschland liege der Tagessatz bei 60 bis 80 Euro, in Großbritannien bei 180 und in Polen bei 284 Euro.

2004 hätten die EU-Staaten 650 000 Ausweisungen beschlossen, sagte Europa-Direktor Jan Stuyt vom Jesuiten-Flüchtlingsdienst (JRS). 160 000 Menschen seien tatsächlich außer Landes gebracht worden.
EU-Justizkommissar Franco Frattini erklärte zum Tag der Flüchtlinge, Europa verdanke den vor Verfolgung geflohenen Menschen viel. Daraus sei eine "humanitäre Tradition" entstanden. Zu ihr gehörten "Toleranz, freundliche Aufnahme und das Angebot von Unterkunft und Schutz". Die Eingliederung von Flüchtlingen sei eine wichtige Aufgabe, aus der Europa nur Nutzen ziehen könne.

Der Beitrag wurde bearbeitet von schlacks - Jun 20 2006, 11:54 AM Uhr.


--------------------
Bildung kommt von Bildschirm und nicht von Buch,
sonst hieße es ja Buchung.
User is offlineProfile CardPM
Go to the top of the page
+Quote Post
Lazo
Beitrag Jun 21 2006, 11:32 PM
Beitragslink: #2





Gruppe: Members
Beiträge: 275
Mitglied seit: 18-June 03
Aus: Hamburg
Mitglieds-Nr.: 150



[quote name='schlacks' date='Jun 20 2006, 12:53 PM Uhr' post='14258']
...würde gerne mal einige Meinungen dazu hören.

Mich hat es auf jeden Fall ein wenig aufgeregt, dieses Thema. Sicherlich ist Deutschland ein Land was "offen" für Asylbewerber ist, jedoch sollten die Gründe des Antrages sehr genau untersucht werden. Die Frage stellt sich ja immer wieder wer das alles bezahlen soll, selbstverständlich der Bund. Aber woher bekommt denn der Bund sein Geld...Steuern und die werden dann eben mal erhöht in welcher Form auch immer. Es sollte jeder seinen Beitrag im Land leisten. Sicherlich gibt es genug "Schmarotzer" im eigenen Land, da gilt es natürlich auch etwas zu ändern. Wir brauchen aber keine Leute die in unser Land kommen, da Deutschland ja so ein "reiches Land" ist und hier auf Staatskosten leben und weder Steuern zahlen, noch sonst irgendeinen Beitrag zum Allgemeinwohl des Volkes leisten. Deshalb habe ich auch den Text der mir besonders aufstößt rot markiert. Schlimm genug das der Staat dort keine Entscheidung treffen kann, ob ein dauerhaftes Bleiberecht erteilt werden soll oder nicht. Diese Menschen hängen vollkommen in der Luft und ihnen ist damit bestimmt nicht geholfen. Ich kann mir nur schwer vorstellen, das man mit einer Duldung einen (vernünftigen) Arbeitsplatz bekommt. Letztendlich leben diese Menschen wieder auf Staatskosten...

so und nun ihr!


Diese Leute bekommen gerade einen Job, wer soll den dann die eigentlich unangenehmen Arbeitstätigkeiten machen. Diese Leute Arbeiten für wenig Geld. Es ist ein ansteigender Trend bei den Deutschen Unternehmen billiges Personal einzustellen.

Man braucht sich doch nur etwas umzuschauen,bei WC-Reiniger, Abwäscher, Landarbeiter(Spargel-Anbau) usw. sind fast 90 % Ausländer.

Für mich ist Arbeit Arbeit, egal welche Tätigkeit,aber leider sind sich einige Leute in diesem Land zu schade für einige jobs. Außerdem sollte das Sozialsystem mal kräftig umgekrämpelt werden, denn fast 30 % der Sozailtransfers gehen nach angeben des Statistischen Bundesamt an Leute die es unberechtigt bekommen.

Aber sich darauf zu stützten, das es Deutschland schlecht geht wegen den Asylanten ist eine sehr oberflächige Aussage. Man sollte sich das nicht immer so leicht machen.
User is offlineProfile CardPM
Go to the top of the page
+Quote Post
IndigoHH
Beitrag Jun 22 2006, 03:31 AM
Beitragslink: #3





Gruppe: Members
Beiträge: 223
Mitglied seit: 27-June 03
Mitglieds-Nr.: 168



Im Endeffekt stimme ich euch beiden zu. Deutschland ist eine schrumpfende Gesellschaft, und wenn man sich einmal die demographische Entwicklung der naechsten Jahrzente anschaut, dann faellt auf dass immer weniger (deutsche) Arbeitnehmer in Zukunft immer mehr Rentner finanzieren muessen.

Somit ist Deutschland auf Zuwanderung angewiesen, um seinen Standard halten zu koennen!

Dabei regt es mich auf, dass in einigen Branchen, in denen tatsaechlich Fachkraeftemangel herrscht, nichts passiert.

Ein Beispiel:
Vor Jahren sollten aus Fachkraeftemangel in einer Art "Greencard-Programm" 20.000 indische IT-Spezialisten angeworben werden, dies allerdings nur befristet und ohne jegliche Chance der Integration in die Gesellschaft oder Einbuergerung. Das Ergebnis? Kaum jemand hat sich entschlossen nach D zu gehen...warum auch? 5 Jahre fuer den Wohlstand der Deutschen arbeiten, um dann wieder zurueck ins Elend geschickt zu werden? Nein Danke!

Hier muss man die USA ausnahmsweise loben, dort erhaelt man (soweit ich weiss) als Greencard-Zuwanderer automatisch nach 5 Jahren die volle Staatsbuergerschaft, vorausgesetzt man laesst sich in dieser Zeit nichts zu schulden kommen. Somit ein viel groesserer Anreiz als die das deutsche Modell.


--------------------
Niveau sieht nur von unten wie Arroganz aus.
User is offlineProfile CardPM
Go to the top of the page
+Quote Post

Reply to this topicStart new topic
1 Besucher zu diesem Thema (Gäste: 1 | Anonyme Besucher: 0)
Mitglieder: 0 |

 



- LoFi Version Aktuelles Datum: 20th May 2012 - 07:13 PM